Das Thema Smart Home bewegt inzwischen alle Gemüter. Dabei ist das Verständnis für Smart Home sehr unterschiedlich. Der eine spricht schon von Smart Home, wenn er zwei Thermostatventile mit einem Router und einer APP auf seinem Handy verbindet. Der andere versteht unter Smart Home die ganzheitliche Vernetzung des Privaten Wohngebäudes.

 

Dabei bietet Smart Home so viel. Angefangen bei der Anwesenheitssimulation zur Abschreckung von Einbrechern über die gewerkübergreifende Szenensteuerung für den perfekten Komfort, und die teilweise sogar VdS zertifizierte Zugangskontrolle.

 

Wichtig ist auch die Transparenz im Gebäude wie sie zum Beispiel durch Visualisierungen gewährleistet wird.

 

Auch für die Energieeffizienz und optimale Nutzung von PV-Anlagen, Wärmepumpen und nicht zuletzt die E-Mobilität ist dies relevant. So werden hier zielführende Regelungen, Steuerungen von Temperatur, Helligkeit, Position und vielem mehr realisiert.  Die Remote-Control ist dabei ein angenehmes Plus.

 

Dies ist im Übrigen auch der Ansatz des Autors. Warum die Ansichten dazu so unterschiedlich sind, verdeutlicht die Pyramide (rechts). (in Anlehnung an Deloitte)

 

Deutlich wird hier, dass der Markt segmentiert ist und so in der Regel, mein Ansatz nur bei den oberen drei Schichten der Pyramide zu finden ist. Also im Komfort / Premium und Luxus Bereich.

 

Für alle diese Systeme gelten jedoch als Treiber dieselben Technologien. Ganz vorne dabei die enorme Verbreitung von Smart Devices. Die sogenannte Generation Y ist quasi den ganzen Tag im Kontakt mit diesen Geräten. Hier findet die Hauptkommunikation statt. Und während ich mein Smart Phone zuhause eher nicht benutze, sondern es nur an das Ladegerät anschließe, bedeutet dies für andere, sich von ihrem besten Stück zu trennen. So ist es auch naheliegend, dass einige Leuchtenhersteller versuchen, diesen Bedarf zuerst zu decken. Dabei wird nach meiner Meinung aber oft der vermeidbare Fehler gemacht, dass ein proprietäres System zum Einsatz kommt. Also eines, welches keine Schnittstellen zu anderen Herstellern bietet und so stets nur mit Komponenten (Sensoren / Aktoren) dieses isolierten Systems ergänzt werden kann.

 

So verschließt sich dieses System dem vielfältigen und variantenreichen Markt der offenen Systeme. Wobei der Kunde daraus einen großen Mehrwert schöpfen könnte, und seine Wohnung oder Haus zu einem für mein Verständnis richtigen Smart Home erweitern kann.

 

Das ist durchaus bedauerlich, zum Einen für den Kunden, zum Anderen aber auch für Handel und Hersteller, die durchaus mehr Umsatz generieren könnten.

 

Wie in der Pyramide zu sehen ist, bietet der Markt eine große Vielzahl von offenen (Herstellerunabhängigen) Lösungen an, die teilweise sogar Weltstandards sind. Die Anwendung dieser Systeme würde für Unternehmen mit einem großen Exportfokus in den internationalen Märkten vieles erleichtern.

 

Dieser technologische Wandel ist nicht für jedes Unternehmen in diesem Umfang wirtschaftlich realisierbar.

Dies spiegelt sich ja auch in der Abnahme der Zahl an Leuchten- Herstellern in den letzten Jahren wieder.

So waren es im Jahre 2000 noch 1062 Unternehmen, die man zu den Leuchtenherstellern in Deutschland zählen konnte. Diese Zahl reduzierte sich zum Jahr 2013 auf 846. (STATISTA 2013) Wie mir Branchen- Insider berichteten, ist dieser Trend auch weiter vorhanden.

 

Ein gutes Beispiel, wie eine Industrie den Anschluss verlieren könnte, gab es jüngst zur IAA.  Hier wurde die Frage aufgeworfen, wer sich vorstellen könnte ein Auto von Google, Apple & Co zu kaufen. Das Ergebnis war sehr interessant. Während die Europäer eher konservativ entschieden (im Schnitt unter 30%), verhielten sich Länder wie Brasilien, Indien und China ganz anders, hier waren über 60% bereit, ein Auto von diesen Firmen zu kaufen.(SATISTA 2015)

 

Das bestätigt einmal mehr, dass nichts beständiger als der Wandel ist.

 

Es gibt heute einfach keine sicheren Domänen mehr, in die sich nicht plötzlich ein ganz branchenfremder Hersteller einmischen würde, wenn es die Technik erlaubt - und damit auch Profit für den neuen Player verspricht.

 

Und genauso verhält es sich auch mit dem Smart Home Bereich. Genau die oben genannten Firmen haben auch zu diesem Markt eine hohe Affinität entwickelt und streben eine prägende Rolle des Marktes an.

 

Um nur einige Beispiele zu nennen: Apple entwickelt zurzeit eine Steuerung über seine Devices, die auf Kompatibilität setzt. So kann man schon jetzt Angaben zur Kompatibilität von Herstellern zum „Apple Home Kit“ finden.

 

Google kaufte vor einiger Zeit den sehr erfolgreichen Hersteller von intelligenten Raumthermostaten NEST und ist seitdem dabei, die Produktpalette ständig zu erweitern. Diese Produkte bedienen sich auch eines offenen Standards (WIFI).

 

Alle erfolgreichen Gedanken und Systeme vereint jedoch sicherlich ein Ansatz: das gewerkübergreifende Denken.

 

So wird bei diesen Systemen von vorn herein daran gedacht, alle Gewerke zu integrieren und das sind heute weit mehr als noch vor 20 Jahren.

 

Im Einzelnen handelt es sich um:

-        Beleuchtung

-        Heizung / Klima / Lüftung

-        Beschattung / Lichtlenkung

-        Audio / Video

-        Haushaltgeräte

-        Türsprechanlagen

-        Sicherheitstechnik

-        E-Mobilität

-        PV-Anlagen

-        Energiespeicher

-        …

Man sieht, die Herausforderungen sind groß, aber es ist heute schon möglich diese Gewerke zu verknüpfen. Wenn dies zurzeit auch noch eines relativ hohen Aufwandes bedarf.

 

Alle Beteiligten sind sich dabei einig: Um den Durchbruch zu erlangen müssen die Systeme quasi per Plug & Play vernetzbar sein. Dies ist das Ziel aller Bemühungen.

 

Auch wenn dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, sind die Prognosen schon heute so gut, dass es sich lohnt, sich von diesem Markt ein Scheibchen abzuschneiden.

 

Nach konservativen Schätzungen, wird sich der Markt für Smart Home in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Progressive Schätzungen gehen sogar von einer Verdreifachung aus.

 

Sieht man sich an, wie heute schon viele Hersteller sehr gut von diesem Markt leben, so gehen wir rosigen Zeiten entgegen.

 

Europa ist zurzeit der größte Markt für Smart Home Anwendungen und dabei Deutschland der führende.

 

Deutsche Produkte genießen nach wie vor ein hohes Ansehen in der Welt.

 

Es wird darauf ankommen, dass sich die deutschen Ingenieure etwas zurücknehmen, damit die Produkte am Ende des Tages nicht overengineered sind. Der Kundennutzen muss hier im Vordergrund stehen.

 

Dies wird das größte Stück Arbeit sein, kommt es in der Entwicklung doch immer wieder zum Wunsch nach der eierlegenden Wollmilchsau.

 

FAZIT

Die Beweggründe für Smart Home sind immer dieselben.

Es geht um Sicherheit, den Schutz der Gesundheit und um ein selbstbestimmtes Leben.

Auch Unabhängigkeit und Prestige spielen natürlich eine Rolle.

Entschieden wird auf Basis der Wirtschaftlichkeit und Vernunft.

 

Was muss bei der Herstellung und Entwicklung berücksichtigt werden?

 

Die Systeme und Komponenten die entwickelt werden, sollten Kompatibel  mit einem vorhandenen System sein. Eine hohe Zuverlässigkeit aufweisen und im Markt über eine große Verbreitung verfügen. Am besten international anerkannt. Zusätzlich sollten sie einfach in Betrieb zu nehmen sein und für jeden leicht bedienbar und verständlich.

 

Viele dieser Systeme zeichnen sich durch einen ISO Standard aus.

 

Veranlassung für Unternehmen zum  Smart Home Markt hinzuzustoßen, sind geringe Investitionen, Nachhaltigkeit und die Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Dabei werden auch immer langlebige, update fähige Systeme gesucht die leicht verständlich sind und große Marktpotentiale versprechen.

 

Das Plusenergiehaus wird das seinige zur Entwicklung des Marktes beitragen.