Living in the Future Award 2013

Auftaktveranstaltung auf der ISH in Frankfurt

 

Antworten auf die Megatrends der Zukunft sucht der Verein Gebäudetechnik Südwestfalen e.V. im Rahmen des „Living in the Future Award 2013“. Ob Energie- und Ressourceneffizienz, Gesundheit/Wellness, digitale Vernetzung, demografischer Wandel, Individualisierung, Mobilität oder Urbanisierung – das Gebäude der Zukunft wird mit neuen Lösungen auf diese Entwicklungen reagieren. Hier sind alle Hersteller gebäudetechnischer Komponenten gefordert, mit viel Kreativität neue Angebote zu entwickeln. Der Verein Gebäudetechnik Südwestfalen e.V. ruft Studierende aller Fachrichtungen auf, ihre Vorstellungen zur technischen Gebäudeausstattung für das Leben und Arbeiten in 10 bis 15 Jahren in den Wettbewerb einzubringen. Dabei ist „kreatives Spinnen“ - also das Denken jenseits gängiger Entwicklungspfade - durchaus gefragt. Die besten Ideen werden mit Geldpreisen in Höhe von insgesamt 6.000 Euro prämiert.

 

Besuch südwestfälischer Hersteller auf der ISH

Zum Auftakt des diesjährigen „Living in the Future Awards“ hat der Verein Gebäudetechnik Südwestfalen am 13. März 2013 zu einer Exkursion zur ISH – Weltleitmesse für innovatives Baddesign, energieeffiziente Heizungs- und Klimatechnik und erneuerbare Energien – nach Frankfurt eingeladen. Vor Ort haben die Teilnehmer – Studierende und Professoren der Fachhochschule Südwestfalen - die Vereinsmitglieder Dornbracht, Schell Armaturen und Oventrop besucht und sich über Innovationen aus Südwestfalen informiert.

 

Auf dem Messestand von Dornbracht wurde die Digitalisierung des Bades deutlich. Neue digitale Bedienelemente, sog. Smart-Tools, steuern Wassertemperatur und –menge exakt und lassen sich intuitiv bedienen.  Vernetzte Technologien bieten mehr Komfort für den Nutzer. Zum Beispiel ermöglicht der „Sensory Sky“ komplexe Szenarien aus verschied­enen Regenarten, Nebel, Licht und Duft umzusetzen, die von Wetter­phänomenen und Stimmungen in der Natur inspiriert sind. Auch der Megatrend Healthness spiegelt sich in innovativen Produkten wieder, die auf den gezielten Einsatz des Wassers zum Zweck der Prävention im Sinne von Gesundheit und Wohlbefinden setzen.

 

Ein Leitthema auf dem Messestand von Schell Armaturentechnologie waren die Gesundheit und Ressourceneffizienz. Schell setzt als führender Systemanbieter für alle Armaturen rund um Waschtisch und Dusche, WC und Urinal im öffentlichen Sanitärraum auf besondere Akzente bei der Hygiene und beim Wassersparen. Auf der Messe wurde ein erweitertes Produktprogramm präsentiert, das nach dem Gütesiegel WELL (Water Efficiency Labelling) zertifiziert ist. Durch innovative Armaturentechnologie wird die Wasserhygiene in Rohrleitungen und Armaturen (Stichwort: Verhinderung von Legionellenwachstum) weiter verbessert, indem thermische Desinfektion und Stagnationsspülung optimal geregelt werden.

 

Energieeffizienz war auch Leitthema bei Oventrop. Das Unternehmen präsentierte interessante Neuheiten und vorteilhafte Lösungen in den Bereichen Heizen, Kühlen, Trinkwasser und Solarthermie. Dabei lässt sich ein hohes Energie-Einsparpotential bereits mit geringen investiven Maßnahmen erzielen. Auch zum Thema „Raumklima“ und damit zu den Themen Komfort und Gesundheit wurden neue Lösungsansätze präsentiert. Die Vernetzung mit dem Gesamtsystem Gebäude bringt auch hier Effizienzgewinne. Mit dem Oventrop Gebäudeleitsystem „DynaTemp CR-BS“ ist ein Visualisieren und Überwachen der Heizungsanlage auch über PC oder Smartphone möglich.

 

Auftaktveranstaltung zum Living in the Future Award

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Living in the Future Award auf der ISH machte Uwe Dietrich, Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG, in seinem Vortrag die „Grenzen des Wachstums“ deutlich. Begrenzte Ressourcen und der bereits erkennbare Klimawandel erfordern neue Lösungen. Auch die demografische Entwicklung – geprägt durch eine stark wachsende Weltbevölkerung und eine damit verbundenen Zunahme des Ressourcenverbrauchs bei gleichzeitigem Rückgang der Bevölkerung in den meisten Industrieländern  - ist eine zentrale Herausforderung für das Leben und Wirtschaften in der Zukunft. Dietrich betonte aber auch, dass Energie- und Ressourcensparen in den Industrieländern nur dann ausreichend Akzeptanz findet, wenn es nicht zu Lasten des Komforts geht. „Ein Gebäude ohne Komfort wird genauso wenig angenommen wie ein Gebäude, das nicht zuverlässig funktioniert oder zu kompliziert in der Bedienung ist“ so Dietrich. „Komfort wird der Treiber sein für das Wohnen in der Zukunft, unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen wie Klimawandel, Ressourcen- und Wasserverknappung sowie der Mangel an Öl. Der Europäer wird nicht auf Komfort und Lebensqualität verzichten wollen“, ist sich Dietrich sicher.

 

Auch Michael Schuster, Albrecht Jung GmbH & Co. KG, Schalksmühle, ging in seinem Vortrag mit dem Titel „Nachhaltige Architektur – vom Leitbild zur Praxis“ auf die Heraus­forderungen der Zukunft - wie zum Beispiel Klimawandel und demografische Entwicklung - ein, und zeigte bestehende Lösungsansätze der Gebäudetechnik auf. Als Beispiel für die optimale Nutzung natürlicher Ressourcen durch die Gestaltung und Ausrichtung eines Gebäudes präsentierte Schuster das „Haus der Zukunft“ in Regensburg. Das Solar-Aktivhaus wurde im Auftrag der Sonnenkraft GmbH konzipiert und ist in der Lage, den Strom und die Wärme, die benötigt werden, selbst zu erzeugen. Außerdem zeichnet sich das Gebäude durch ein Höchstmaß an Flexibilität aus: Es kann jederzeit schnell und problemlos an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. „Das Haus der Zukunft in Regensburg wird über ein leistungsfähiges KNX-System mit Komponenten von JUNG gesteuert und der Energieverbrauch visualisiert“, betont Schuster. Der Nutzer könne die Betriebsabläufe bequem über ein Touchdisplay oder sein Smartphone steuern und überwachen.

 

Wettbewerbsbeiträge bis 30. September einreichen

Nachdem im Rahmen der ISH in Frankfurt eine erste Orientierung für den Living in the Future Award 2013 gegeben wurde, sind jetzt bundesweit Studierende aller Fachrichtungen aufgerufen, sich am Wettbewerb zu beteiligen und spätestens bis zum 30. September 2013 ihre Beiträge bei der Geschäftsstelle des Vereins Gebäudetechnik Südwestfalen e.V. in der SIHK zu Hagen einzureichen. Nähere Auskünfte gibt Dirk Hackenberg, Tel. 02331 390-206, E-Mail: hackenberg@hagen.ihk.de. Informationen und Teilnahmeunterlagen auch im Web unter www.living-in-the-future.de.