Demonstrationssoftware soll Gebäudetechnik erlebbar machen

Marktanalyse "Simulations- und Demonstrationssoftware in der Gebäudetechnik" am 12. Dezember 2013 im DIAL vorgestellt.

 



Innovative Gebäudetechnik kann zu einer deutlichen Verbesserung von Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit beitragen. Doch vielfach fehlen Endkunden die Informationen, um den Nutzen fortschrittlicher technischer Lösungen richtig einschätzen zu können. Während man sich im Automobilbereich sein gewünschtes Fahrzeug heute im Internet konfigurieren kann oder es direkt im Showroom bewundert, ist das bei Gebäuden weitaus schwieriger. Hier geht es um individuell geplante und errichtete Bauwerke, die sich aus einer Vielzahl von Einzelleistungen zusammensetzen. Im Kommunikationszeitalter kann eine Simulations- oder Demonstrationssoftware die Brücke zwischen virtueller und realer Welt schlagen und das spätere Produkt im Vorfeld virtuell erlebbar machen.

 

Im Verein Gebäudetechnik Südwestfalen e.V. ist die Idee entstanden, Gewerke übergreifend eine Demonstrationssoftware zu entwickeln, die ein Gebäude in seiner umfassenden Funktionalität abbildet und verdeutlicht, wie durch den Einsatz verschiedener technischer Komponenten und Systeme die Eigenschaften des Gebäudes verbessert werden können. Zum Beispiel könnten die Auswirkungen einer modernen Gebäudeautomation auf den Energieverbrauch dargestellt werden. Da es bereits ein breites Angebot an Simulationssoftware zur Darstellung einzelner Gebäudefunktionen gibt, ist auf Initiative des Vereins Gebäudetechnik Südwestfalen e.V. zunächst eine Marktstudie in Auftrag gegeben worden, die zeigt, was sich heute bereits abbilden lässt und wo sich Entwicklungsbedarfe für die Zukunft abzeichnen.

 

Diese Marktanalyse wurde im Rahmen des REGIONALE-Projektes "Branchenkompetenzen Südwestfalen" vom Institut für Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberach erarbeitet. Am 12. Dezember 2013 haben Prof. Dr. Roland Koenigsdorff als Leiter des Instituts und sein Mitarbeiter Michael Bachseitz die Ergebnisse der Studie im DIAL in Lüdenscheid vorgestellt. Mehr als 30 Unternehmensvertreter haben an der Präsentation teilgenommen.

 

In der Studie sind 94 Softwarelösungen für die Simulation und Demonstration von Gebäudefunktionen näher analysiert und in Steckbriefen dokumentiert worden. Dabei wird deutlich, dass die Bereiche Heizung, Klimatechnik und Lichttechnik gut und umfangreich abgedeckt sind. Hingegen sind entsprechende Programme für Steuerungstechnik und Automatisierung oft nur indirekt auffindbar. Auch die Sanitärtechnik und die Tür- und Schließtechnik deckt der Markt für Simulationssoftware bisher nur schwach ab.

 

Die meisten verfügbaren Softwareprogramme sind für Fachpersonal - in der Regel (Fach)Planer und Architekten - konzipiert. Bedienung und Ergebnisinterpretation setzen umfangreiches Fachwissen voraus. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein deutlicher Entwicklungsbedarf bei Gewerke übergreifenden Visualisierungs­möglichkeiten für den Endkunden/Verbraucher besteht. Hier könnten durch einfache Auswahl von z.B. standardisierten Gebäudehüllen über vordefinierte Anlagenkonfigurationen bis hin zum Automatisierungsgrad energetische Zusammen­hänge dargestellt und Energiebedarfe abgeschätzt werden. Damit würde die bestehende Lücke zwischen aufwändigen integralen Programmen und einfachen, auf ein Gewerk beschränkten Programmen geschlossen. "Die Software sollte ein Gebäude erlebbar machen, indem sie eine Echtzeitdurchschreitung des Gebäudes in 3D ermöglicht", rät Prof. Dr. Koenigsdorff. Im Sinne einer einfachen Bedienung durch den Endkunden sollte mittelfristig eine webbasierte Lösung angestrebt werden, empfiehlt der Experte.

 

Die Studie "Simulations- und Demonstrationssoftware in der Gebäudetechnik" kann beim Verein Gebäudetechnik Südwestfalen e.V. bestellt werden. (Ansprechpartner: Dirk Hackenberg, Tel. 02331-390 206, E-Mail: info(at)besseres-bauen.de)

 

Die Marktanalyse ist vom Transferverbund Südwestfalen im Rahmen des REGIONALE-Projektes "Branchenkompetenzen Südwestfalen" in Auftrag gegeben worden. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union gefördert.

 

 



 

Ideenlabor/Hotelzimmer

 

Im Projekt „Ideenlabor/ Hotelzimmer“ wurde zunächst ein Masterplan für die Gestaltung eines Hotelzimmers der gehobenen Kategorie entwickelt und dann in Originalgröße aufgebaut. Mitgliedsunternehmen haben ihre Produkte und Systeme eingebaut und können jetzt die Vernetzung weiterentwickeln, Schnittstellen  optimieren und Impulse für die Produktentwicklung aufnehmen. Als Ergebnis der Zusammenarbeit werden Zusatznutzen für die Kunden generiert und die Vorteile gemeinsam kommuniziert.