Energieeinsparung durch Gebäudeautomation

In Zeiten stetig steigender Rohstoffpreise kommt der Energieeinsparung in privat und gewerblich genutzten Gebäuden eine besondere Bedeutung zu. Während die Dämmung bei Immobilien vom Gesetzgeber geregelt wird, bietet sich für Bauherren, Sanierer und Renovierer besonders bei der Gebäudeautomation weiteres Einsparpotential.

Deutschland präsentiert sich als Vorreiter, wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey & Company wird der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 gegenüber dem Niveau von 1990 um 31 Prozent sinken. Wesentlicher Baustein der Energiepolitik sind die Möglichkeiten, die in privat und gewerblich genutzten Immobilien umgesetzt werden. Gesetzlich geregelt sind dabei die Vorgaben für die Wärmedämmung von Immobilien. Wer sein Haus dämmt, muss die Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) beachten, die bereits seit dem Jahr 2002 für alle Wohnimmobilien gelten. Für Bauherren, Sanierer und Renovierer gibt es aber, jenseits der gesetzlichen Reglementierung, noch deutlich mehr Einsparpotential. Der Verein Gebäudetechnik Südwestfalen e.V., in dem namhafte Unternehmen der Gebäudetechnik unter Moderation der SIHK zu Hagen zusammenarbeiten, hat jetzt eine Übersicht (hier als PDF) mit Anwendungsbeispielen zur Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden erstellt.

Einsparoptionen gibt es in jedem Haushalt und den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Die Möglichkeiten erschließen sich schon morgens im Bad. Durch den Einsatz von Durchflussbegrenzern in Wasserhähnen lässt sich der Verbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren. Weiteres Potential bietet sich durch den Austausch herkömmlicher Brausen durch moderne ECO-Duschköpfe. Das Einsparpotential liegt hier bei bis zu 40 Prozent. Allgegenwärtig ist die Beleuchtung eines Hauses oder Betriebsgebäudes. Licht schafft Emotionen und Wohlfühlatmosphäre in den eigenen vier Wänden und lässt sich energieeffizient gestalten. Alleine durch den Austausch von veralteten Halogenlampen durch energiesparende LEDs lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Ressourcenschonend und damit kostensparend wirken sich auch Komponenten der Gebäudeautomation aus, wie die Erhebungen des Vereins Gebäudetechnik Südwestfalen e.V. belegen. Zum Beispiel lassen sich durch den Einsatz von Präsenzmeldern zur bedarfsgerechten Steuerung von Licht, Heizung, Klima und Lüftung die Stromkosten um 50 bis 60 Prozent reduzieren. Hohe Energieeinsparungen von bis zu 70 Prozent verspricht auch der Ersatz von konventionellen Heizungspumpen durch Hocheffizienzpumpen.

Der Einsatz von Sensoren zur Steuerung einer intelligenten Immobilie trägt nicht nur zur Verbesserung der Energieeffizienz bei, sondern gleichzeitig können Komfort und Sicherheit deutlich gesteigert werden. Komfort bietet eine intelligente Immobilie beispielsweise, weil der Nutzer über so genannte Szenen mehrere Schaltaktionen zusammenfassen kann. So lässt sich beim TV-Schauen mit nur einem Schalter der Flachbild-Fernseher anschalten, alle Jalousien in eine fernsehfreundliche Position fahren und ggfls. Lampen an- bzw. abschalten.

Der Anspruch an die Sicherheit wird besonders vielfältig erfüllt, weil Smart Homes sich über IP-Kamera unkompliziert aus der Ferne überwachen lassen und Alarmsysteme direkt mit dem Bewohner kommunizieren, wenn Sensoren wie Glasbruch- sowie Bewegungs- und Rauchmelder im intelligent vernetzen Heim anschlagen. Nicht zuletzt lässt sich das Haus im Urlaub durch einen „virtuellen Bewohner“ schützen. Dabei fährt die Immobilie Jalousien hoch und runter oder schaltet Lichter an und aus, um Einbrecher abzuschrecken. Als Vorlage für das „Verhalten“ des Hauses dient dabei in einer intelligenten Vernetzung das Verhalten des Nutzers bei Anwesenheit. Für Einbrecher, die eine Immobilie ausspähen, präsentiert sich das Haus also auch in Abwesenheit des Bewohners so, als wäre jemand zuhause.

Fazit: Während die Bundesregierung durch die Vorgaben zur Dämmung von Immobilien das Einsparpotential quasi per Gesetz vorschreibt, lässt sich durch den gezielten Einsatz innovativer Gebäudetechnik zukunftsweisend und nachhaltig bauen und langfristig ein erweitertes Einsparpotential erschließen.

 



 

Ideenlabor/Hotelzimmer

 

Im Projekt „Ideenlabor/ Hotelzimmer“ wurde zunächst ein Masterplan für die Gestaltung eines Hotelzimmers der gehobenen Kategorie entwickelt und dann in Originalgröße aufgebaut. Mitgliedsunternehmen haben ihre Produkte und Systeme eingebaut und können jetzt die Vernetzung weiterentwickeln, Schnittstellen  optimieren und Impulse für die Produktentwicklung aufnehmen. Als Ergebnis der Zusammenarbeit werden Zusatznutzen für die Kunden generiert und die Vorteile gemeinsam kommuniziert.